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TTC Werden scheitert an eigenen Nerven

Vermeidbare Niederlage in Wesel

Wenn man am Ende einer Spiels mit 35:33 Sätzen in Front liegt, insgesamt aber mit 7:9 Punkten verloren hat, dauert es sicher etwas länger, ehe man eine solche Niederlage verarbeitet hat. Frustriert über zumindest einen verschenkten Punkt, traten die Werdener nach weit über drei Stunden Spielzeit die Rückfahrt an.

„Wir streben das gleiche Ergebnis wie im Hinspiel an“, sagte der gegnerische Mannschaftsführer u.a. in seiner Begrüßung. Mit 9:5 Punkten hatte man in der Hinserie gewonnen, obwohl die Werdener mit 5:4 Punkten geführt hatten.

Dieses Vorhaben schienen sie auch verwirklichen zu können, da sie nach den Eingangsdoppeln mit 2:1 Punkten in Führung lagen, weil es wiederum nur Hilgers/Kleinsimlinghaus gelang, sich gegen ihre Gegner in vier Sätzen durchzusetzen. Als Andreas Kleinsimlinghaus gegen den Weseler Spitzenspieler, der im Hinspiel krankheitsbedingt noch gefehlt hatte, mit 1:3 Sätzen unterlag und Josef Hilgers in seiner Begegnung auf den Spieler traf, der ihn im Hinspiel bezwungen hatte, schien sich für die Werdener eine hohe Niederlage anzudeuten.

Doch Josef Hilgers leitete die erste Wende in dieser Begegnung ein. Sehr konzentriert und konsequent sein Angriffsspiel durchsetzend gelang ihm ein deutlicher 3:0 Erfolg. Hierdurch zusätzlich motiviert, zeigten Gilbert Sunico und Ulrich Henke ihr spielerisches Potenzial und setzten sich in spannenden und ausgeglichenen Spielen in vier bzw. fünf Sätzen durch. Aus dem 1:3 Rückstand war dadurch eine 4:3 Führung für die Werdener geworden. Diese Ein-Punkte-Führung hatte auch zur Hälfte der Einzelbegegnungen Bestand, da man sich im unteren Mannschaftsdrittel 1:1 unentschieden trennte, wobei Frank Palm den Sieg für die Werdener besorgte, Wilfried Arnhold hingegen in fünf Sätzen knapp unterlag. So war an diesem Spielabend die gleiche Konstellation wie im Hinspiel entstanden.

Wie eng Sieg und Niederlage im Tischtennis beieinander liegen können, mussten die Werdener in den folgenden zwei Spielen im oberen Paarkreuz erfahren. Josef Hilgers zeigte wiederum eine überzeugende Leistung und hatte im fünften Satz bei einer 10:9 Führung sogar Matchball, den sein sehr erfahrener Gegenspieler jedoch abwehren konnte und mit 12:10 einen sehr glücklichen Sieg für sich verbuchte. Ebenfalls dramatisch verlief die Partie von Andreas Kleinsimlinghaus, der sich im fünften Satz sogar eine 9:5 Führung erarbeitet hatte, dann jedoch zu passiv agierte und auf weitere Fehler seines Kontrahenten wartete, dem aber einige überragende Schläge gelangen. Mit 10:12 musste Andreas Kleinsimlinghaus eine durchaus vermeidbare Niederlage hinnehmen.

Wer auf Werdener Seite jetzt aber eine gewisse Resignation erwartete, wurde positiv überrascht. Wieder schafften es Gilbert Sunico und Ulrich Henke, den 5:6 Rückstand in eine knappe Führung mit 7:6 Punkten umzuwandeln. Wenn man bedenkt, dass im oberen Paarkreuz zwei Siege möglich gewesen wären, hätten die Werdener jetzt mit 9:4 Punkten die Partie gewonnen gehabt. So aber standen die zwei Spiele im unteren Mannschaftsdrittel unter einer enormen nervlichen Anspannung, womit die Weseler Akteure aber deutlich besser fertig werden sollten.

Während Frank Palm in vier Sätzen unterlag, schien sich parallel dazu wenigstens Wilfried Arnhold durchsetzen zu können, da er die ersten beiden Sätze klar für sich entschied. Dann steigerte sich sein Gegenspieler jedoch erheblich und wieder musste ein fünfter Satz die Entscheidung bringen, in dem Wilfried Arnhold bis zum Stand von 9:6 Bällen für sich dominierte. Doch zwei vergebene Schmetterbälle brachten seinen Gegenspieler noch einmal zurück ins Match. Als der Weseler Spieler mit einem von seinen Mitspielern ausgiebig gefeierten Sieg mit 13:11 Bällen die Platte verließ, war den Werdenern wieder einmal ein sicher geglaubter Punkt aus den Händen geglitten.

Dem Verlauf der gesamten Begegnung entsprechend mussten im Schlussdoppel Josef Hilgers und Andreas Kleinsimlinghaus ebenfalls im fünften Satz ihre erste Saisonniederlage hinnehmen, die den 7:9 Endstand bedeutete. „Wir haben heute Abend eine Menge Glück gehabt, und ein Unentschieden wäre ein gerechteres Ergebnis gewesen“, resümierte abschließend der Weseler Mannschaftsführer, was den Werdener Akteuren jedoch nur wenig half, ihren Frust zu bewältigen. Mit 14:16 Punkten haben die Werdener zwar zur Zeit wieder ein negatives Punktekonto, sollten jedoch in der Lage sein, dies am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den Tabellenletzten aus Meiderich wieder ausgleichen zu können. Anschlag ist wie immer um 18.30 Uhr in der Sporthalle der Heckerschule, Urbachstraße.

Als einzige weitere Mannschaft des TTC Werden musste in dieser Spielwoche nur noch die Jugend gegen die Mannschaft aus Burgaltendorf antreten, gegen die sie das Hinspiel mit 0:8 Punkten verloren hatte. Obwohl sich Matthias Isenberg, Benjamin Reischuck, Alexander Prengel und Bastian Kleinsimlinghaus spielerisch steigern konnten, fiel die Niederlage mit 2:8 Punkten wiederum recht deutlich aus.